JAG: 04.05./ OZ: 05.05./ EZ: 12.05.18: Erasmus+-Projekttreffen in Island

Vom 18.-24. April 2018 fand das zweite Projekttreffen des Erasmus+-Projekts „Sustainable Europe 2030 – There are solutions everywhere!“ bei unserer isländischen Partnerschule in Reykjavik statt. Thema dieses Treffens war es, die Möglichkeiten einer nachhaltigen Energieversorgung Europas im Jahr 2030 zu erkunden.

Das Johannes-Althusius-Gymnasium wurde diesmal von Elena Slink und Stefan Smid aus der 10a sowie Sonka Heerma und Christopher Rüst aus der 10b in Begleitung der Lehrer Burkhard Remppis und Heiner Jaspers vertreten. In Island trafen sie sich wieder mit Delegationen der Partnerschulen aus Frankreich, Portugal und der Tschechischen Repubulik sowie natürlich der isländischen Gastgeber.

Auf dem Programm standen zunächst Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung von Reykjavik, wobei das Hauptinteresse auf der Nutzung erneuerbarer Energien in Island lag. So wurde die geothermische Energiegewinnung aus dem heißen vulkanischen Untergrund Islands näher erkundet mit dem Besuch eines Geothermiekraftwerks, das die Hauptstadt Reykjavik mit Strom und heißem Wasser versorgt, sowie dem Besuch eines Gewächshausbetriebs, in dem ganzjährig auf Island Tomaten produziert werden. Möglich ist dies durch die Beheizung der Treibhäuser mit Wasser aus lokalen heißen Quellen sowie Lichtbestrahlung mit Strom aus Wasserkraft und Geothermie. In einer Gastronomie inmitten des Gewächshauseses konnte sich die internationale Schülergruppe das Ergebnis in Form von Canapés mit Tomatenaufstrichen und einer Tomatensuppe schmecken lassen. Auch der Besuch eines Thermalbads gehörte natürlich zum Ausflugsprogramm, um diese überall in Island verbreitete Nutzung der Geothermie zu erleben. Eine Betriebsführung durch die „Blaue Lagune“ warf zudem ein Schlaglicht auf die Bedeutung dieses bekanntesten isländischen Thermalbads in der Nähe des Flughafens Keflavik für den Tourismus der Insel. Beim Besuch zweier Wasserkraftwerke konnte die internationale Schülergruppe zudem in Augenschein nehmen, wie die Wucht von fallendem Wasser – zuvor am Wasserfall Faxafoss hautnah erlebt – in Strom umgewandelt werden kann. Über 70% des Stroms in Island wird mit Hydroenergie produziert.

Vor dem Hintergrund der gewonnen Eindrücke machten sich die Schülerinnen und Schüler dann auf die Suche nach den Möglichkeiten, bis zum Jahr 2030 die Energieversorgung in Europa nachhaltig zu gestalten. Dabei setzten sich die nationalen Delegationen zunächst mit dem heutigen Energiemix ihrer jeweiligen Länder auseinander. Anschließend wurden aus den nationalen Experten internationale Schülerteams gebildet, die vom Ist-Zustand der heutigen Energie­produktion ausgehend Szenarien entwickelten, wie bis zum Jahr 2030 die Energieversorgung auf erneuerbare Energien in Europa umgestellt werden kann. Am Ende zeigten die internationalen Teams Präsentationen ihrer Nachaltigkeitsszenarien. Die verschiedenen Präsentationen ergänzten sich dabei sehr gut, indem sie sehr kenntnisreich auf unterschiedliche Aspekte einer nachhaltigen Stromproduktion ein: Die unterschiedlichen Potentiale von erneuerbaren Energien in Europa, die Verteilung der Energie zwischen den Produktionszentren und den Verbrauchszentren sowie die Schaffung politischer Anreize für die Umstellung auf erneuerbare Energien.

Eine abschließende Umfrage unter den Teilnehmern ergab, dass die Schülerinnen und Schüler am Ende des Treffens sich deutlich kenntnisreicher fühlten in Bezug auf die Energieproduktion in Europa und deutlich optimistischer in die energiepolitische Zukunft Europas blickten als vor dem Treffen.