Stipendiatenprogramm: ESA

Erstellt von Jan Rieper | |   ESA

Hallo, mein Name ist Jan Rieper!

Ich bin Schüler der elften Klasse am JAG-Emden und habe meine Osterferien dieses Jahr auf eine etwas andere Art und Weise verbracht.

Am ersten Sonntag der Ferien habe ich mich in den Zug gesetzt und bin nach Darmstadt gefahren. Dort ist nämlich das ESOC (European Space OperationsCentre), das Satellitenkontrollzentrum der Europäischen Weltraumagentur (ESA). Von diesem werden alle Missionen der ESA gesteuert und das Bodenstationsnetzwerk der ESA kontrolliert. Wenn nötig greift die ESA auch auf Bodenstationen kooperierender Raumfahrtagenturen zurück, welche genutzt werden, um mit Satelliten im Weltall zu kommunizieren.

Besonders interessant war es, mal einen Blick in die Arbeit dieser Branche zu werfen.

Wie arbeitet man bei der ESA?

Wie ist das Verhältnis unter den Mitarbeitern?

Wie also sieht ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag bei der ESA aus?

Zuerst muss man sagen, dass die Arbeitstage bei der ESA eher etwas ungewöhnlich sind. Die Gleitzeit ermöglicht den Mitarbeitern eine gewisse Flexibilität, solange die Verfügbarkeit während der Kernzeit und eine Mindestanzahl von Arbeitsstunden sichergestellt ist. Dies bedeutete für mich vor allem, dass meine Arbeitszeiten je nach Team, mit dem ich gerade gearbeitet habe, sehr stark variierten. Konstant war, dass Englisch in allen Teams die Arbeitssprache war, da die Mitarbeiter aus fast allen europäischen Staaten kam. Und sowieso muss man für ein Praktikum bei der ESA ein sehr anpassungsfähiger bzw. flexibler Mensch sein. Man muss immer bereit sein, sich auf neue Situationen einzustellen, da ich zumindest häufig das Arbeitsumfeld und damit den Aufgabenbereich gewechselt habe.

Ein Highlight meines Aufenthalts war zudem eine von der ESA organisierte Kooperation mit einer Vertragsfirma, die für die Organisation die Simulatoren programmiert und bereitstellt. Denn Simulationen sind von entscheidender Bedeutung, um erfolgreiche Raumfahrtmissionen zu gewährleisten. Allerdings sind sie äußerst komplex. Es gibt viele unterschiedliche Faktoren, die auf eine Mission einwirken können, sei es nun ein einfacher Satellit, der die Erde umkreist oder eine Transportkapsel, die eine Sonde auf einem Kometen aussetzt. Man muss jederzeit auf jede Situation reagieren können. Dies ist auch der Grund, warum die Mitarbeiter so gut zusammenarbeiten. Schwierige Aufgaben schweißen zusammen.

Wenn man das ESOC betritt, fällt schnell auf, dass ein ganz besonderes Arbeitsklimaherrscht, welches auch von der Phase, in dem sich ein Satellitenprojekt befindet abhängt. Es wird sich bemüht, soweit als möglich, ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen, wozu auch Kaffeepausen gehören. Dahinter steckt meiner Ansicht nach ein interessantes Konzept. Die ESA geht nämlich davon aus, dass glückliche Mitarbeiter motivierter arbeiten und mit größerem Ehrgeiz nach dem Erfolg einer Operation streben. Der Mitarbeiter sollte auch Spaß an seiner Tätigkeit haben. Und so fühlte sich für mich auch das Praktikum an.

Ich war froh, jeden Morgen zur Arbeit gehen zu können und motiviert meine Kenntnisse zu erweitern. Die ESA ist ein spannender Arbeitgeber und eine Branche für die Zukunft, vielleicht auch für meine eigene Zukunft nach dem Abitur.

Ein weiteres besonderes Highlight war für mich im Rahmen einer Besprechung neben Thomas Reiter sitzen zu dürfen und mich mit ihm zu unterhalten. Er ist einer den wenigen deutschen Astronauten und in keiner Weise abgehoben. Er war einer von vielen netten und sympathischen Menschen, die ich kennen lernen durfte.

Wem aber würde ich so ein Praktikum empfehlen? Du bzw. ihr solltet gute Englisch-Sprachkenntnisse besitzen und sowohl physikalisch als auch technisch interessiert sein. Fähigkeiten, an die man im ersten Moment vielleicht nicht so denkt, die aber durchaus relevant sind, betreffen den Bereich Informatik. Man muss nicht unbedingt perfekt programmieren können. Es hilft aber, die logische Art und Weise zu verstehen, mit der Programme erstellt werden. Deswegen ist ein Informatikunterricht in Jahrgang 10 durchaus sinnvoll, aber kein Pflichtprogramm. Wer jedoch Interesse hat, einen neuen wissenschaftlichen Bereich zu erkunden und dort später vielleicht sogar mal Karriere machen will, dem kann ich es nur empfehlen, sich die Zeit für diese tolle Chance zu nehmen, auch in den Ferien.

 

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