Erste Eltern-LAN am JAG

Am vergangenen Samstag trafen sich Eltern und Lehrer zur ersten Eltern-LAN des Johannes – Althusius - Gymnasiums um Computerspiele selber auszuprobieren und sich darüber auszutauschen.

Zur Seite standen ihnen dabei mit Philipp Dobberke und Daniel Zils - zwei erfahrene Medienpädagogen, die für die Bundeszentrale für politische Bildung arbeiten. Angeregt und mitgeplant wurde die Eltern-LAN von den Medienscouts unserer Schule, die mit ihrem Leiter Patrick Gasch sowie den Schülern Tabea Frascona und Julian Klukowsky vertreten waren.

In dem sehr informativen Theorie – Block im ersten Teil der Veranstaltung stellten die Medienpädagogen zunächst verschiedene Spiele vor, darunter auch die (laut JIM-Studie 2017) am stärksten nachgefragten. Es wurde auf Gefahren wie z.B. Mikrotransaktionen und In-APP-Käufe hingewiesen, auch wurden Fragen zu Altersbeschränkungen und sinnvoller Spieldauer diskutiert. Im Anschluss an den Vortrag wurden die Teilnehmer selbst zu aktiven Spielern. Erste Erfahrungen mit der Computersteuerung und den sich schnell und bunt bewegenden Bildern machten die Eltern und Lehrer mit dem Rennspiel TrackMania. Nach einiger Zeit wurde das Spiel durch die beiden Referenten mitten in der Spielphase unterbrochen, um auch hier eine reale Situation herzustellen. Einigen Eltern gefiel diese Spielphase, anderen waren die schnellen Bewegungen zu anstrengend. In dieser Phase war auch Julian von den Medienscouts noch anwesend, der einen persönlichen Einblick in sein Spielverhalten gab und über Probleme und Kompromisse mit den Eltern sprach; dieser Teil der Veranstaltung wurde von den Teilnehmenden besonders positiv bewertet, denn Julian ist es gelungen, authentisch und sehr differenziert die aufkommenden Fragen zu beantworten. Bei der nächsten Spielphase musste Julian jedoch die Veranstaltung verlassen, da es sich um ein Spiel mit der USK 18 handelte, einen sogenannten EGO-Shooter. Im anschließenden Erfahrungsaustausch gab es positive sowie negative Rückmeldungen zum Spiel, jedoch erhielten alle Teilnehmenden einen tieferen Einblick in das Spielgeschehen: Jeder im Raum erfuhr die Konzentration, die aufgebracht werden muss, um alles zu koordinieren, spürte den steigendenden Adrenalinspiegel und erlebte auch die gezeigte Gewalt.   

Im letzten Teil der Veranstaltung wurden die gemachten Erfahrungen ausgewertet, der Fokus lag hier  auf möglichen psychologischen Auswirkungen des Spielens; zugleich wurden auch die positiven Aspekte herausgestellt: Auch Computerspiele fördern die Selbstwahrnehmbarkeit, ermöglichen Erfolgs- und Flowerlebnisse und können Kreativität und Kooperation fördern.                                           

In der Abschlussdiskussion wurden viele Aspekte noch einmal vor dem Hintergrund der an diesem Vormittag gemachten Erfahrungen thematisiert. In Hinblick auf die Frage nach einem angemessenen Zeitmaß und dem Umgang mit den Spiel – Wünschen der Kinder und Jugendlichen konnten und wollten die  Referenten kein Allheilmittel zur Verfügung stellen, gaben stattdessen aber einen wichtigen Hinweis an alle Eltern: „Sie sind Experte für Ihr Kind. Wenn Ihnen Ihr Bauchgefühl sagt, dass ist okay, ist es das auch, aber auch umgekehrt sollten Sie darauf hören. Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus, aber seien sie ehrlich.“

Einige Eltern haben im Anschluss an die Eltern-LAN per Mail eine Rückmeldung gegeben und übereinstimmend betont, „dass es wichtig und richtig ist, sich über diese Themen zu informieren und auch auszutauschen. Es war sehr informativ für mich und ich habe einiges zum Verständnis für das Spielverhalten der Kinder gelernt. Ich wünsche mir mehr solche Veranstaltungen, auch gerne in kürzeren Abständen.“

Als besonderer Gast bei dieser Veranstaltung war Benno Schirrmeister, Journalist der Wochenzeitung „Die Zeit“, welcher einen Artikel dieser Veranstaltung in der aktuellen Ausgabe publiziert hat.