Praktikum beim stern-Magazin in Hamburg

Das Stipendiaten-Programm unserer Schule hat einen neuen Kooperationspartner - das Magazin stern in der deutschen Pressestadt Hamburg. Dort durfte ich während der Herbstferien vom 01.10.2018 bis zum 12.10.2018 für zwei Wochen im Ressort Wissenschaft, Medizin, Technik und Autos ein Teil des Teams sein.

1948 wurde der stern von Henri Nannen in Hannover gegründet. Heute erscheint das Magazin jede Woche donnerstags und hat eine Leserschaft von circa 6,8 Millionen Menschenim deutschsprachigen Raum. Es gibt verschiedene Ressorts wie das Wissenschaftsressort (wo ich war) oder die Ressorts Politik/ Wirtschaft, Ausland und Gesellschaft, die für Reportagen und Artikel aus ihren jeweiligen Bereichen zuständig sind. Der stern ist in verschiedene Kategorieaufgeteilt. Es gibt unter anderem Reportagen, Bildstrecken, das „stern-Gespräch“, den „Titel“ und die „Kosmosseiten“. Den jetzigen Chefredakteur, Christian Krug, durften wir während der Konferenzen auch kennenlernen.

Beginn war für mich und drei weitere Praktikanten jeden morgen um 9.30 Uhr, das Ende variierte je nach Tag von 16.00-18.00 Uhr. Das Gebäude gehört dem Verlagshaus Gruner und Jahr GmbH und beherbergt auch noch verschiedene andere Magazine wie zum Beispiel „GEO“ und „Brigitte“. Dementsprechend groß sind das Gebäude und die sehr gute Kantine, in der wir jeden Tag essen konnten.

Ich war im Büro der Sekretärin untergebracht, wo ich einen eigenen Arbeitsplatz mit Computer hatte. Praktisch daran war, dass dort alle Informationen zusammenliefen, weshalb man meistens auf dem neusten Stand war. Außerdem kam auch immer mal jemand vorbei und hielt beim Warten auf den Kaffee für ein kurzes Gespräch an.

Die Hauptaufgabe von uns Schülerpraktikanten war die Suche nach „Kosmosmeldungen“ (kleine Meldungen aus aller Welt, die in einer Kategorie im stern erscheinen) und gelegentliche Recherchen für Artikel, zum Beispiel Hintergrundrecherchen für andere Journalisten. Manchmal durften wir auch beim schreiben von Artikeln mithelfen, etwa beim Formulieren und Gegenlesen.

Außerdem konnten wir bei vielen Konferenzen und Besprechungen dabei sein und uns auch gerne (sinnvoll) beteiligen. Nach der Fertigstellung jedes Heftes gibt es immer eine „Heftkritik“, bei der Journalistinnen und Journalisten aus jedem Ressort und Aufgabenfeld kommen und Gutes und Schlechtes aus dem neu gedruckten Magazin reflektieren. Am Anfang der Woche findet eine ressortinterne sowie eine ressortübergreifende Konferenz statt, in denen die Inhalte des nächsten Heftes  besprochen werden. Bei den Besprechungen erhält man einen ziemlich guten Eindruck, wie Artikel oder auch Ideen zustande kommen, aber auch wieder verworfen werden oder im letzten Moment aus dem Heft „rausfliegen“ und dann dringend nach einem neuen Text gesucht wird.

Wenn ein Artikel geschrieben wird, durchläuft er verschiedene Instanzen, die wir kennenlernen durften und dadurch auch die anderen Tätigkeitsbereiche beim stern miterleben konnten. Diese sind zum Beispiel das Layout, die Grafik und das „Quality Board“ (makaber-scherzhaft auch „Waterboarding“ genannt), in dem die Inhalte der Texte sehr genau geprüft und die Fakten kritisch hinterfragt werden.

Ganze Artikel oder Reportagen haben wir Schülerpraktikanten in den zwei Wochen leider nicht recherchieren und schreiben können. Aber wir konnten unsere Ideen bei Artikeln einbringen und haben einen sehr guten Einblick von der Entstehung eines Wochenmagazins bekommen. Trotzdem gab es auch langweilige Momente, da wir manchmal nichts zu tun hatten. In diesem Fall mussten wir uns aktiv selbst Beschäftigungen suchen und um Aufgaben bitten.

Meine Highlights waren zum einen die vielen netten Menschen, die uns wirklich sehr freundlich aufgenommen und unsere Fragen gerne beantwortet haben. Zum anderen durfte ich am Ende der zwei Wochen selbst ein kleines Interview halten und eine Kosmosmeldung dazu schreiben.

 

Im Rahmen dieses Interviews, aber auch für die Recherchen generell war es durchaus hilfreich, Englisch zu können. Ebenfalls sollte man sich ein bisschen mit Naturwissenschaften auskennen bzw. sich darauf einlassen, über wissenschaftliche Themen zu recherchieren. Alles in allem hat mir das Praktikum sehr viel Spaß gemacht und ich kann es jedem empfehlen, der sich für Journalismus interessiert. Für mich war es eine tolle Erfahrung und ich wäre sehr gerne noch länger dort geblieben.