JAG: 29.11.18 / OZ: 30.11.18: Delegation des JAG reiste zum Erasmus+-Projekttreffen nach Tschechien

Wie kann in Europa zukünftig energieeffizient und ressourcenschonend gebaut werden? Zu dieser Frage lud der Architekturzweig der Berufsschule von Valašské Meziříčí seine vier europäischen Partnerschulen zum dritten Projekttreffen des Erasmus+-Projekts „Sustainable Europe 2030“ vom 7.-13 November 2018 in den Osten der Tschechischen Republik ein. Fünf Schülerinnen und Schüler des Johannes-Althusius-Gymnasiums in Begleitung der Lehrkräfte Burkhard Remppis und Jana Kadelke trafen sich mit Schülerdelegationen aus Portugal, Island und der Bretagne in Frankreich sowie den tschechischen Gastgebern.

Bei der intensiven Projektarbeit in englischer Sprache tauschten sich die Schülerinnen und Schüler in internationalen Teams über die Probleme nachhaltigen Bauens und Wohnens in Europa wie auch speziell in ihren Heimatregionen aus. Und sie entwickelten Ideen, wie zukünftig Siedlungsraum und Wohnraum geschaffen werden kann, der allen Menschen Lebensqualität bietet, ohne die Lebensqualität zukünftiger Generationen zu gefährden.

Die tschechischen Architekturschüler informierten ihre europäischen Partner über die Möglichkeiten und Vorteile von Niedrigenergiehäusern und energetischen Passivhäusern. Inhaltliche Anregung lieferte zudem ein interessantes Exkursionsprogramm der tschechischen Gastgeber. Am ersten Tag wurden zwei Bauunternehmen mit nachhaltigen Zukunftsideen in der Region besucht.

Bei dem ersten Unternehmen stand die ressourcenschonende Wiederverwendbarkeit von Gebäuden mittels Modulbauweise im Fokus. Das beste Beispiel lieferte dabei die Managementzentrale des Unternehmens selbst. Ursprünglich entworfen und gebaut als tschechischer Pavillon für die Expo 2015 in Mailand, konnte es aufgrund der Modulbauweise für seine neue Bestimmung leicht an den Firmensitz transferiert werden, während viele andere Pavillons in Mailand aufgrund der fehlenden Nachnutzung verfallen. Beim spannenden Besuch des zweiten Unternehmens erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie mit Fasaden- und Dachbegrünung das städtische Klima verbessert und Energie für die Klimatisierung der Gebäude eingespart werden kann.

Der zweite Exkursionstag führte in die große Industriestadt Ostrava und hatte die Umnutzung alter Industrieräume zum Thema. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler auf beeindruckende Weise erleben, wie ein altes Stahlwerk kulturell umgenutzt werden kann. Aus dem Hochofen wurde ein begehbares Industriemuseum mit Aussichtsplattform, aus dem riesigen Gasometer eine große Veranstaltungshalle. Andere Industriegebäude werden als Hotel- und Gastronomiebetriebe neu genutzt.

Nicht zuletzt spielte aber auch wieder der kulturelle und persönliche Austausch zwischen den Jugendlichen aus den verschiedenen Ländern Europas eine große Rolle bei diesem Projekttreffen. Die Schülerinnen und Schüler des JAG waren auf der Rückfahrt ganz erfüllt von der Gastfreundschaft der tschechischen Gastfamilien und den vielfältigen Erlebnissen. Auf der Rückreise konnte auch noch ein längerer Zwischenstopp in der tschechischen Hauptstadt Prag eingelegt werden.

Die Vorfreude ist bereits groß für das Wiedersehen im März 2019, wenn das JAG seine europäischen Partner zum vierten und letzten Projekttreffens zum Thema „Nachhaltige Mobilität in Europa 2030“ nach Emden einladen wird. Für die inhaltliche Ausgestaltung des Projekttreffens konnte das JAG schon die Volkswagen Akademie und die technische Fakultät der Hochschule Emden-Leer als Kooperationspartner gewinnen.