Zeitzeugenvortrag für die 10. Klassen

Der Zeitzeuge Carl Osterwald berichtete auf Einladung der Fachgruppe Geschichte über das Leben zur Zeit des Nationalsozialismus

Eindringlich machte Carl Osterwald, geboren 1927, sein Leben als Kind und Jugendlicher inden Jahren 1933-1945 deutlich.Ausgehend davon, dass alle Menschen gleich sind, berichtet er über die sich von heute stark unterscheidende Erziehung im Nationalsozialismus, die von den Werten Gehorsam und Härte und der Indoktrinierung zu Hass, Rassismus und Antisemitismus geprägt war. Deutlich wurde der Druck der "Volksgemeinschaft", in der jedes Kind ein Soldat sein wollte,die extreme Armut in den Jahren vor 1933, das ganz andere Selbstverständnis und die ganz unterschiedliche Identität zu heute. Sehr bewegend waren gerade die Erzählungen direkt aus Ostfriesland, aus Aurich und Moordorf, wo der Antisemitismus offen und tödlich zu Tage trat, oder auch der direkte Bericht zur Bombardierung Emdens oder die Schilderungen von den Schrecken des Kriegesmit den Toten der Schlachtfelder. Er schilderte, wie ihm erst spät klar wurde, wie schrecklich die Schicksale jüdischer Nachbarn waren. Deutlich wurde auch, wie schwer es für ihn war, zu erkennen, was er als Mitglied der "Volksgemeinschaft" getan hatte - Das Reden und das gemeinsame Erinnern mit den eigenen Kindern, sowie das Erlebnis der Apartheit und von Nelson Mandela führtebei Herrn Osterwald dazu. So war sein Appell am Schluss des Vortrages sehr, sehr eindringlich, dass heute alle - gerade auch die Schüler und Schülerinnen - verantwortlich sind für ein Denken, was eherrscht wird von unserem Grundgesetz und dem Gedanken: "Wir sind alle Menschen." Man muss die Geschichte erkennen und an sie erinnern, um für heute verantwortungsvoll und mit Respekt zu handeln. Herr Osterwald ist Vorsitzender in der Erinnerungsstätte Engerhafe und macht sich sehr um die Erinnerungskultur verdient.