Hallo aus Hamburg!
Über das Stipendiatenprogramm hatte ich die tolle Möglichkeit, ein Praktikum in der Hamburger Kunsthalle vom 05.10.2026 bis zum 16.10.2026 zu machen und die unterschiedlichen Bereiche und Berufsfelder, die es dort gibt, kennenzulernen.
Zu meinem Glück fand in der ersten Woche, in der ich da war, die Eröffnung der neuen Ausstellung über den amerikanischen Künstler David Novros statt, die von Dr. Alexander Klar (dem Direktor der Kunsthalle), Ifee Tack und Toby Kamps kuratiert wurde. Dementsprechend konnte ich viel über die letzten Schritte, die vor einer Eröffnung stattfinden, lernen.
Direkt am ersten Tag bin ich gemeinsam mit Tessa, der anderen Praktikantin, und Ifee Tack durch die Ausstellung gelaufen und wir haben überlegt, an welchen Stellen die Texte und Werkinformationen angebracht werden. Es war sehr spannend, dabei den Gedankenprozess hinter den Anbringungen nachzuvollziehen und zu überlegen, wie man deutlich macht, welcher Text wozu gehört oder wo die Blickrichtung zuerst hingeht.
Am gleichen Tag wurden wir auch noch von Patrik Pohl durch die Skulptural-Ausstellung und einen Teil des Depots geführt. Er ist Numismatiker und beschäftigt sich somit mit Münzen und Medaillen und hat uns einiges über diesen Bereich erklärt. Dabei war es besonders interessant zu erfahrenm wie viel Geschichte doch in so einem „kleinen“ Gegenstand steckt. Zudem durften wir im Depot Münzen und Medaillen angucken und in die Hand nehmen, die gerade nicht ausgestellt sind, wie z.B. eine 2000 Jahre alte Goldmünze.
Ebenso spannend ging es die nächsten Tage weiter, als wir bei der Einführung in die Ausstellung für die Guides und der Presseveranstaltung mit dabei waren. Der Künstler David Novros war ebenfalls anwesend und hat gemeinsam mit den Kurator*innen seine Werke bei den beiden Veranstaltungen vorgestellt und Fragen beantwortet. Dadurch haben Tessa und ich die Ausstellung und auch den Künstler nochmal näher kennen gelernt, was sehr interessant und nett war.
Zusätzlich wurde uns der Bereich der Eventplanung gezeigt und gemeinsam mit einer der Eventmanagerinnen haben wir einige Angelegenheiten zu der Eröffnung geregelt, wie zum Beispiel die Caterer empfangen und Blumen für die Tische kaufen und anrichten.
Dann war am Mittwoch auch schon die Eröffnung, bei der eine kleine Rede gehalten wurde und wir uns gemeinsam mit unseren Familien die Ausstellung ansehen konnten. Diese Eröffnungen sind übrigens öffentlich und kostenlos, also falls ihr mal passend zu einer Eröffnung in Hamburg seid, dann seid ihr herzlich dazu eingeladen :)
Am Donnerstag wurden uns der Studiensaal, auch Kupferstichkabinett genannt, das Archiv und die Bibliothek gezeigt. Dies war ebenfalls sehr beeindruckend, da die Bibliothek rund 250.000 Bücher umfasst, die bis ins 15. Jahrhundert zurückgehen. Im Rahmen der Novros-Ausstellung haben wir hier recherchiert um passende Bücher zur Auslage zusammen zu stellen.
Im Verlauf der bei Praktikumswochen haben wir zudem an vielen Führungen teilgenommen und einiges über Kunstgeschichte gelernt, aber auch darüber, wie diese Rundgänge aufgebaut sind. Für einen Großteil der Führungen, bei denen wir dabei waren, ist die Abteilung der Bildung und Vermittlung zuständig, die wir ebenfalls kennengelernt haben. In diesem Rahmen waren Tessa und ich bei einer Teambesprechung dabei, in der ein neues Konzept für die Besichtigung von Schulklassen zum Thema Kolonialismus vorgestellt wurde. Hier war sehr spannend zu sehen, auf was alles geachtet werden muss, wenn man so eine Führung vorbereitet und wie versucht wird eine gute Balance zwischen Theorie und Praxis herzustellen.
Als direkte Praktikantinnen von Olga Fallmeier, der Referentin des Direktors, und Alexander Klar haben wir ebenfalls an einigen Sitzungen wie zum Beispiel der Leihgabenrunde, in der besprochen wird, welche Werke an andere Museen ausgeliehen werden können, teilgenommen. Darüber konnte man einen weiteren Einblick darin gewinnen, wie die Organisation in einer solch großen Einrichtung abläuft. Das war wirklich sehr spannend, da die Kunsthalle ungefähr 160 Mitarbeiter*innen in vielen verschiedenen Bereichen beschäftigt und wesentlich mehr Vorgänge im Hintergrund ablaufen, als man sich vorstellt.
Insgesamt waren es zwei lehrreiche Wochen und ich habe neben schönen Erinnerungen auch viele neue Erfahrungen sammeln können, für die ich mich bei Herrn van Hove (Organisation des Stipendiatenprogramms am Johannes-Althusius-Gymnasium) und dem Team der Kunsthalle Hamburg bedanken möchte.






