Hallo! Ich bin Pauline und gehe in die 9.Klasse. Durch „Erasmus+“ habe ich die Möglichkeit, einen Monat in Vincennes, einem Vorort von Paris, zu leben und den Alltag hier kennenzulernen. Ich wohne bei Victoria und ihrer Familie. Sie habe ich kennengelernt, als sie in unserer Ferienwohnung Urlaub gemacht haben. Wir haben uns sofort gut verstanden und sind auch danach in Kontakt geblieben. Mit Victoria gehe ich zur Schule und nehme am Unterricht teil.

Am Anfang war es schwer, etwas zu verstehen, doch schon nach der ersten Woche merke ich Fortschritte. Ich verstehe etwas mehr im Unterricht und rede mit meinen neuen Freunden mehr auf Französisch. Der Unterricht hier ist strenger und die Schultage sind länger, meistens bis 16 Uhr oder 17 Uhr. Nur am Mittwoch haben wir von 9 Uhr bis 11 Uhr Unterricht, da die Schüler an diesem Tag lernen oder Sport machen sollen. Auch der Leistungsdruck ist hier höher. Die Schüler bekommen viele Hausaufgaben und 2 bis 3 Tests pro Woche sind normal.

In der ersten Woche hatte, wir nicht viel Zeit, da auch kurz vor Ende des Schuljahres Tests geschrieben werden. Trotzdem habe ich in der ersten Woche das ,,Château de Vincennes‘‘ gesehen, ein großes Schloss in Vincennes. Außerdem bin ich durch den ,,Bois de Vincennes‘‘, ein schöner, großer Park in der Mitte der Stadt, gelaufen. Am Wochenende waren wir in Mainneville, einem kleinen Dorf ca. 90 km von Paris entfernt. Dort hat meine Austauschfamilie ein Wochenendhaus / Ferienhaus. Das haben einige Menschen, die in und um Paris leben, wo die Kosten sehr hoch sind und man meistens nur eine kleine Wohnung besitzt. Im Gegensatz dazu ist das Ferienhaus sehr groß und hat einen Garten, wo wir oft Badminton gespielt haben. Außerdem waren wir die umliegenden Dörfer besuchen, die alle sehr schön waren. Doch auch am Wochenende musste Victoria lernen. Nächste Woche hat sie drei Tests, doch danach wird es keine Tests mehr geben, da die Noten dann feststehen.

Die erste Woche war eine unvergessliche Erfahrung und ich freue mich, noch weitere 3 Wochen hier zu verbringen.

Jetzt ist schon mehr als die Hälfte der Zeit vergangen und ich bleibe nur noch 1,5 Wochen hier. In den letzten Wochen habe ich viel erlebt und konnte neue Eindrücke dazugewinnen. Am Wochenende waren wir die Stadt Gisors, die 14 km vom Ferienhaus entfernt liegt, besichtigen. Wir haben das "Château fort de Gisors'"gesehen, das von viel Natur umgeben ist. Danach sind wir weiter durch die Stadt gelaufen und haben das schöne Zentrum und die Kirche bewundert. Wenn es nicht zu windig ist, spielen wir oft Badminton im Garten des Ferienhauses. Im Sportunterricht übt die Klasse gerade Badminton und auch da konnte ich mitmachen und habe mit Victoria und ihren Klassenkameraden gespielt.

Als wir am Sonntag wieder in Vincennes angekommen waren, sind wir Paris besichtigen gegangen. Wir haben das Haus von Victor Hugo, einem berühmten Schriftsteller, gesehen und sind im Park ,,Jardin des Archives Nationales‘‘ gewesen. Viele Menschen waren auf den Straßen, besonders auf dem Place de la Bastille.

In der Schule essen wir immer mit Victorias Freunden zu Mittag. Dort unterhalten wir uns auf Französisch. Alle sind sehr offen und stellen mir Fragen. Wir unterhalten uns zum Beispiel über Schule, Hobbys und Musik. Auch Schüler, die Victoria nicht kennt, kommen auf mich zu und wir unterhalten uns. Im Deutschunterricht sollten die Schüler Fragen für mich vorbereiten und sich auf Deutsch vorstellen. Danach war ich auf Französisch an der Reihe.

Am 21. Juni war ,,Fête de la Musique‘‘. Das ist ein ,,Fest der Musik‘‘, ein Fest, mit vielen Musikern, die auf den Straßen Musik machen. In den Tagen danach ist es sehr heiß geworden, bis zu 40°C. An so heißen Tagen sind wir meistens in der Wohnung und sitzen vor dem Ventilator, weil es draußen nicht auszuhalten ist. An nicht so heißen Tagen treffen wir uns mit Freunden und laufen in der Stadt rum oder sind einfach im Park. Außerdem waren wir nochmal Paris besichtigen. Wir haben ,,la Conciergerie de Paris’‘ gesehen, ein großes Museum. Danach ging es weiter zum ,,Hôtel de Ville de Paris‘‘. Das ist das Rathaus von Paris. Viele Menschen standen dort und haben das Gebäude bewundert. Am nächsten Tag sind wir durch Montmartre, einem Pariser Stadtviertel, gelaufen und haben die Kirche ,,Sacré-Cœur‘‘ gesehen. Auch dort waren viele Menschen und haben Fotos von der tollen Aussicht gemacht.

Ich freue mich schon auf die restliche Zeit hier in Frankreich und die tollen Ausflüge, die wir machen werden.

Meine Zeit in Frankreich ist nun schon vorbei und ich bin wieder Zuhause.

In der letzten Woche haben wir noch einiges gemacht. Wir haben das Musée d‘Orsay besucht. Das ist ein Museum, das in einer alten Bahnstation gebaut wurde. Dort sind viele Statuen und Bilder ausgestellt. Besonders hat mir die beeindruckende Sicht über Paris gefallen, als wir auf dem Dach des Gebäudes standen.

Am nächsten Tag waren wir im Louvre. Wir haben viele Kunstwerke gesehen, unter anderem die berühmte Mona Lisa. Es war schwer, ein gutes Foto zu machen, da eine große Menschenmenge vor ihr stand. Im Louvre waren die Räume und Gänge sehr groß und Victoria erklärte mir, dass das Museum früher ein Schloss war.

Am darauffolgenden Tag waren wir beim Eiffelturm. Von oben hat man einen atemberaubenden Blick über Paris. Anschließend waren wir in der Kirche Notre Dame. Die Atmosphäre in der Kirche war ehrfürchtig. Fast keiner hat gesprochen, nur vereinzelt konnte man Menschen flüstern hören.

Nach der Besichtigung von Notre Dame sind wir nach Mainneville in das Ferienhaus gefahren, um dort die letzten Tage meines Besuchs zu verbringen.

Am Anfang meines Aufenthalts in Paris hatte ich Schwierigkeiten, ein Gespräch zu verstehen aufgrund des schnellen Sprechtempos und der vielen neuen Wörter. Im Laufe der Zeit habe ich neue Vokabeln gelernt und es fiel mir leichter, einer Konversation zu folgen. Ich merke, wie sich mein Französisch, insbesondere mein Hörverstehen, verbessert hat. Durch die offene Art vieler Mitschüler konnte ich mich mit einigen auf Französisch unterhalten. Sie haben mich motiviert, Französisch zu reden und deshalb habe ich mich getraut, mich im Unterricht zu beteiligen.

Ich habe nicht nur viele Sehenswürdigkeiten in Paris besichtigt, sondern auch das Leben einer französischen Familie kennengelernt. Diese Zeit war ein besonderes Erlebnis und ich werde mich noch lange daran erinnern. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, einen Monat in Paris zu leben. Jetzt freue ich mich sehr auf den Besuch von Victoria.