Vom 4. bis zum 10. Februar fuhren wir nach Brüssel zum zweiten Projekttreffen unseres Erasmus+-Projekts „Freedom and Democracy in Europe“. Dort traf sich ein Teil unserer Erasmus+-AG wieder mit Schülerinnen und Schülern aus Frankreich, Portugal und Island, um dort mit Politikern über das Europa zu reden, in dem wir leben möchten.

Bereits im November des vergangenen Jahres hatten sich Schülerinnen und Schüler der vier Partnerschulen bei einem ersten Treffen in Lannion in Frankreich versammelt. Gemeinsam setzten wir uns dort das Ziel, Forderungen für unser Europa zu entwickeln, die Demokratie und Freiheit stärken und schützen sollen. Vor Ort einigten wir uns auf sechs zentrale Themenbereiche, zu denen wir in internationalen Gruppen konkrete Forderungen ausarbeiteten. Um diese später anschaulich darzustellen, gestalteten wir danach an unseren jeweiligen Schulen Cartoons. Unser großes Ziel war es, diese Forderungen Politikerinnen und Politikern in Brüssel persönlich vorzustellen.

Am Donnerstag, 5. Februar, war es dann so weit. Unser Treffen mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments fand in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel statt. Nachdem die Politikerinnen und Politiker eingetroffen waren, stellte eine kleine Gruppe ihnen zuerst unser Projekt kurz vor. Anschließend hatten die Abgeordneten die Möglichkeit, mit den internationalen Schülerteams ins Gespräch zu kommen.

An sechs kleinen „Ständen“ wurden die unterschiedlichen Themenbereiche sowie unsere jeweiligen Forderungen vorgestellt. Bereits am Abend zuvor hatten wir uns in unseren internationalen Teams zusammengesetzt und unsere Themen noch einmal vorbereitet und diskutiert.

Die Abgeordneten kamen abwechselnd zu uns, und wir konnten direkt mit ihnen ins Gespräch kommen. Wir stellten Fragen, erklärten unsere Forderungen und diskutierten unsere Standpunkte. Besonders schön fanden wir, wie aufmerksam sie uns zuhörten und wie ernst sie unsere Meinungen nahmen. Man merkte deutlich, dass sie sich wirklich für unsere Ansichten und unser Projekt interessierten.

Es entstanden viele interessante Gespräche und ein reger Meinungsaustausch. Für uns war es eine besondere Erfahrung, mit Politikerinnen und Politikern zu sprechen und zu erleben, dass sie wirklich an unseren Meinungen interessiert waren.

Außer diesem Treffen besuchten wir auch verschiedene EU-Institutionen wie das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und den Rat der Europäischen Union. Dort nahmen wir an Führungen durch die Gebäude teil und erhielten Einblicke in die Arbeit der Institutionen.

Ein tolles Erlebnis war, dass uns im Rat der europäischen Union eine Mitarbeiterin begrüßte, die selbst einmal am JAG zur Schule gegangen ist. Für sie war es etwas Besonderes, uns persönlich kennenzulernen.

Darüber hinaus standen weitere Erlebnisse auf dem Programm. Wir besuchten unter anderem das Parlamentarium sowie das Museum der Europäischen Geschichte. Dort konnten wir mithilfe von Audioguides mehr über die Geschichte der Europäischen Union erfahren. Außerdem besuchten wir das Comic-Museum und das Fine-Art Museum, die ebenfalls sehr eindrucksvoll waren. Nach dem Besuch des Comic-Museums machten wir eine Fotorallye durch die Brüsseler Innenstadt und suchten in unseren internationalen Teams verschiedene Comic-Wandgemälde in der Stadt.

Da wir im Laufe der Woche überwiegend auf Englisch miteinander kommuniziert haben, merkten wir, dass sich unser Englisch deutlich verbesserte und es von Tag zu Tag leichter wurde, sich auf Englisch zu unterhalten.

Einen Abend gingen wir gemeinsam ins Kino und schauten den Film „Hamnet“. Zwischen den Programmpunkten blieb auch Zeit, in Kleingruppen die Innenstadt zu erkunden oder etwas shoppen zu gehen. An einem Abend spielten wir zusammen Spiele, unter anderem „Werwölfe“.

Insgesamt war es eine sehr ereignisreiche Woche, die uns gemeinsam mit Herrn Remppis und Frau Janßen als begleitende Lehkräfte sehr viel Spaß gemacht hat. Besonders schön war es, mit so vielen Menschen in Kontakt zu kommen und neue Freundschaften zu schließen. Wir sind sehr dankbar für diese Möglichkeit und werden diese Woche definitiv in Erinnerung behalten.

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Zwölf Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 trafen sich vom 13. bis 17. November in der Bretagne mit Schülerinnen und Schülern aus Portugal, Island und der französischen Partnerschule, um sich gemeinsam Gedanken zu machen über Freiheit und Demokratie in Europa und gemeinsam Forderungen zu formulieren für das Europa, in dem sie leben wollen. Begleitet wurden sie von Burkhard Remppis und Wiebke Janßen, dem Erasmus+-Team des JAG.

Der Einstieg ins Programm war eine spielerische Einführung in die Geschichte der EU, ihre Bedeutung für die Menschen in Europa und die wichtigen EU-Institutionen durch einen Vertreter des Maison de l’Europe in Rennes. 

Es folgte eine Tagesexkursion nach Rennes. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Hauptstadt der Bretagne kennen. Bei einer Führung durch den prunkvoll verzierten Justizpalast aus dem 16. Jhd. (Parlement de Bretagne) wurde die Geschichte der Justiz vom absolutistischen Sonnenkönig bis heute und ihre wichtige Rolle in der heutigen Demokratie deutlich. Am späten Abend besuchte die internationale Gruppe dann die Redaktionsräume und die Druckerei von Ouest France, der größten Tageszeitung Frankreichs. Am Redaktionskonferenztisch sitzend erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie Nachrichten aus der Region und der Welt empfangen, recherchiert und überprüft werden und wie die Redaktionskonferenz dann entscheidet, welcher Artikel wo genau in der Zeitung platziert werden soll. Bei der anschließenden Führung durch die Druckerei konnten die Schülerinnen und Schüler miterleben, wie die nächste Ausgabe der Zeitung gedruckt wird: von der Erstellung der Offset-Farbdruckplatten über die Rotationsdruckmaschinen bis zur fertigen Zeitung, die sie dann druckfrisch in Händen halten konnten. Sie erfuhren auch, dass zur Erhöhung der Aktualität häufig in der Nacht gleich mehrere aktualisierte Ausgaben gedruckt werden.

Zurück in Lannion wurde am nächsten Morgen das Thema der Pressefreiheit durch den Spielfilm „Green Tide“ (2023) weiter vertieft. Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film thematisiert die durch Massentierhaltung verursachte Algenblüte an der bretonischen Küste und die dadurch entstehenden hochgiftigen Gase an betroffenen Stränden. Durch die Hauptfigur einer mutigen Radiojournalistin wurde dabei die Bedeutung freier Pressearbeit deutlich, um menschengefährdende Skandale aufzudecken und öffentlich zu machen.

Den letzten Schwerpunkt des Projekttreffens bildete dann die internationale Teamarbeit. Gemeinsam wählten die Jugendlichen aus den vier Ländern sechs Themenbereiche aus, die sie für besonders wichtig für die Zukunft Europas hielten: „Solidarity and Unity“, „Democracy and Human Rights“, „Equality and Tolerance“, „Peace and Security“, „Health and Safety Regulations“ und „Sustainable Development“. Es wurden dann sechs internationale Teams gebildet, die sich mit jeweils einem Themenbereich näher auseinandersetzten und dazu Forderungen für Europa formulierten. Diese wurden am Ende in Form von sechs Manifesten im Plenum vorgestellt.

Neben dem offiziellen Programm gab es die Möglichkeit vielfältiger Unternehmungen mit den gastgebenden Schülerinnen und Schülern und die Gelegenheit mit den Gastfamilien die bretonische Kultur und Landschaft näher kennen zu lernen. Auf der Rückfahrt legte die JAG-Delegation dann noch einen Zwischenstopp in Paris ein mit Sightseeing in der Innenstadt und einem Besuch der frisch renovierten Kathedrale Notre Dame.

Im Februar 2026 findet dann das zweite Projekttreffen in Brüssel statt. Die sechs Manifeste der internationalen Teams werden dann von den Schülerinnen und Schülern der vier Partnerschulen Europaabgeordneten vorgestellt und mit ihnen diskutiert.