Zwölf Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 trafen sich vom 13. bis 17. November in der Bretagne mit Schülerinnen und Schülern aus Portugal, Island und der französischen Partnerschule, um sich gemeinsam Gedanken zu machen über Freiheit und Demokratie in Europa und gemeinsam Forderungen zu formulieren für das Europa, in dem sie leben wollen. Begleitet wurden sie von Burkhard Remppis und Wiebke Janßen, dem Erasmus+-Team des JAG.

Der Einstieg ins Programm war eine spielerische Einführung in die Geschichte der EU, ihre Bedeutung für die Menschen in Europa und die wichtigen EU-Institutionen durch einen Vertreter des Maison de l’Europe in Rennes. 

Es folgte eine Tagesexkursion nach Rennes. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Hauptstadt der Bretagne kennen. Bei einer Führung durch den prunkvoll verzierten Justizpalast aus dem 16. Jhd. (Parlement de Bretagne) wurde die Geschichte der Justiz vom absolutistischen Sonnenkönig bis heute und ihre wichtige Rolle in der heutigen Demokratie deutlich. Am späten Abend besuchte die internationale Gruppe dann die Redaktionsräume und die Druckerei von Ouest France, der größten Tageszeitung Frankreichs. Am Redaktionskonferenztisch sitzend erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie Nachrichten aus der Region und der Welt empfangen, recherchiert und überprüft werden und wie die Redaktionskonferenz dann entscheidet, welcher Artikel wo genau in der Zeitung platziert werden soll. Bei der anschließenden Führung durch die Druckerei konnten die Schülerinnen und Schüler miterleben, wie die nächste Ausgabe der Zeitung gedruckt wird: von der Erstellung der Offset-Farbdruckplatten über die Rotationsdruckmaschinen bis zur fertigen Zeitung, die sie dann druckfrisch in Händen halten konnten. Sie erfuhren auch, dass zur Erhöhung der Aktualität häufig in der Nacht gleich mehrere aktualisierte Ausgaben gedruckt werden.

Zurück in Lannion wurde am nächsten Morgen das Thema der Pressefreiheit durch den Spielfilm „Green Tide“ (2023) weiter vertieft. Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film thematisiert die durch Massentierhaltung verursachte Algenblüte an der bretonischen Küste und die dadurch entstehenden hochgiftigen Gase an betroffenen Stränden. Durch die Hauptfigur einer mutigen Radiojournalistin wurde dabei die Bedeutung freier Pressearbeit deutlich, um menschengefährdende Skandale aufzudecken und öffentlich zu machen.

Den letzten Schwerpunkt des Projekttreffens bildete dann die internationale Teamarbeit. Gemeinsam wählten die Jugendlichen aus den vier Ländern sechs Themenbereiche aus, die sie für besonders wichtig für die Zukunft Europas hielten: „Solidarity and Unity“, „Democracy and Human Rights“, „Equality and Tolerance“, „Peace and Security“, „Health and Safety Regulations“ und „Sustainable Development“. Es wurden dann sechs internationale Teams gebildet, die sich mit jeweils einem Themenbereich näher auseinandersetzten und dazu Forderungen für Europa formulierten. Diese wurden am Ende in Form von sechs Manifesten im Plenum vorgestellt.

Neben dem offiziellen Programm gab es die Möglichkeit vielfältiger Unternehmungen mit den gastgebenden Schülerinnen und Schülern und die Gelegenheit mit den Gastfamilien die bretonische Kultur und Landschaft näher kennen zu lernen. Auf der Rückfahrt legte die JAG-Delegation dann noch einen Zwischenstopp in Paris ein mit Sightseeing in der Innenstadt und einem Besuch der frisch renovierten Kathedrale Notre Dame.

Im Februar 2026 findet dann das zweite Projekttreffen in Brüssel statt. Die sechs Manifeste der internationalen Teams werden dann von den Schülerinnen und Schülern der vier Partnerschulen Europaabgeordneten vorgestellt und mit ihnen diskutiert.