Durch das Stipendiatenprogramm konnten wir einen Einblick in den Bereich Bauingenieurwesen und Geodäsie an der Leibniz Universität bekommen. Für zwei Wochen (06.10-17.10) haben wir die verschiedenen Bereiche, die das Bauingenieurwesen und Geodäsie umfassen, kennenlernen können, unter anderem Wasserwirtschaft, Vermessung und Baumechanik, Windenergie und Kartographie.
Zu Beginn des Stipendiatenprogramms bekamen wir eine Campus-Tour über das Gelände der Leibniz Universität Hannover. Anschließend besuchten wir das Baustofflabor, in dem eine Baustoffprüfung von Lehmsteinen durchgeführt wurde. Dabei konnten wir beobachten, wie Materialien im Bauwesen auf ihre Festigkeit und Haltbarkeit getestet werden.
An einem weiteren Tag stand die Wasserwirtschaft im Mittelpunkt. Wir führten eine vereinfachte Gewässergüteuntersuchung in einem Teich durch. Dafür entnahmen wir Wasserproben, bestimmten die darin vorkommenden Zeigerorganismen und ordneten sie in Güteklassen ein. Daraus berechneten wir den Saprobienindex (Verschmutzungsgrad) des Teiches, der zwischen 1,5 und 1,8 lag. Somit konnte das Gewässer der Zustandsklasse I–II (gering belastet) zugeordnet werden. Zusätzlich maßen wir chemisch-physikalische Parameter wie pH-Wert und Sauerstoffgehalt.
Im Bereich der Ingenieurgeodäsie bekamen wir einen Einblick in moderne Vermessungstechniken. Besonders spannend war die Vorführung eines programmierten Roboterhundes, der in Zukunft bei Vermessungsarbeiten auf Baustellen eingesetzt werden soll.
Das Ingenieurwesen umfasst vielfältige Bereiche wie Bau- und Biomechanik, nachhaltige Energie und KI-gestützte Methoden. Wir durften einen eigenen Würfel mittels 3D-Druck herstellen. Zuerst erstellten wir ein digitales Modell mit präzisen Maßen, das anschließend vom Drucker umgesetzt wurde.
Uns wurde auch gezeigt, wie Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff mithilfe von einer PEM-Elektrolyse zerlegt werden kann, wodurch Wasserstoff nachhaltig mit erneuerbaren Energien hergestellt wird und später zur Stromproduktion genutzt werden kann.
Beim Institut für Windenergiesysteme hatten wir die Möglichkeit für das Modell einer Windenergieanlage eine 3D-Konsturktion von einer Gondel zu entwickeln. Um diese Gondelkonstruktion zu testen, haben wir eigene Rotorblätter hergestellt.
Ein weiteres Highlight war die Testfahrt mit dem Multi-SensorBike am Institut für Kartographie und Geoinformatik. Das Fahrrad ist mit Kameras, Sensoren und GPS-Geräten ausgestattet, um präzise Ortsdaten zu erfassen und digital auszuwerten.
Am Institut für Risiko und Zuverlässigkeit durften wir eine Erdbebensimulation mit dem Namazu-Simulator erleben. Mit dieser Anlage können Erdbebenbewegungen im kleinen Maßstab simuliert und die Stabilität verschiedener Konstruktionen getestet werden. Gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern nahmen wir an der Gauß-AG teil, die sich in den Ferien an MINT-interessierte Jugendliche richtet. Unser Thema war Windenergie. Im Institut für Geotechnik lernten wir, wie man sandige, wenig tragfähige Böden stabilisiert. Dazu benutzt man Einlagen zwischen den verschiedenen Sandschichten, um zu verhindern, dass der Boden unter Last nachgibt.
Außerdem testeten wir verschiedene Konstruktionmodelle für Offshore-Windanlagen, um herauszufinden, welche Bauweise besonders stabil ist.
Da wir in der Erstsemestereinführungswoche an der Universität waren, konnten wir an verschiedenen Vorlesungen wie dem Mathe Vorkurs oder Baumechanik A teilnehmen. Dadurch erhielten wir einen realistischen Eindruck davon, wie ein Studium im Bauingenieurwesen und in der Geodäsie abläuft.
Das Stipendiatenprogramm bot uns in zwei Wochen einen umfassenden und praxisnahen Einblick in viele Bereiche des Bauingenieurwesens und der Geodäsie. Wir konnten nicht nur theoretisches Wissen gewinnen, sondern auch viele praktische Erfahrungen sammeln.
Durch den direkten Kontakt zu Studierenden und Dozierenden erhielten wir ein realistisches Bild vom Studium und den Berufsfeldern. Insgesamt war das Stipendiatenprogramm eine sehr bereichernde Erfahrung, die unser Interesse an technischen und naturwissenschaftlichen Themen weiter gestärkt hat und uns bei unserer zukünftigen Studienwahl geholfen hat.
Eine Präsentation im PDF-Format ist HIER einsehbar.








