Der Begriff „Bäderantisemitismus“ bezeichnet die Herabwürdigung und den Ausschluss von Jüdinnen und Juden bei Urlaubs- und Erholungsreisen. Dieser Begriff steht für die weit verbreitete Ausgrenzung und Diskriminierung von jüdischen Gästen in Kur- und Badeorten, vor allem in der Zeit vor dem Nationalsozialismus.
Die Schülerinnen und Schüler des Jahrgang 12 beschäftigten sich in ihren Geschichtskursen intensiv mit dem jüdischen Leben im „langen 19. Jahrhundert“. Am 15 Juni 2026 war der Leiter des Stadtarchivs Norderney und des Bädermuseums am JAG zu Gast und erzählte uns eindrücklich anhand von Quellen und Archivmaterial in einem umfassenden Vortrag, wie Judenfeindlichkeit und Diskriminierung auch in den Seebädern Borkum und Norderney unter auswärtigen Gästen eine Normalität darstellte. Während auf Borkum jüdisches Leben sehr schnell durch nichtjüdische Urlaubsgäste eingeschränkt wurde, hießen die meisten Inselbewohner Norderneys ihre Gäste lange Zeit willkommen, bis die Insel 1933 von den Nazis als „judenfrei“ erklärt wurde.
Wir bedanken uns sehr herzlich für diesen interessanten und gewinnbringenden Fachvortrag und freuen uns auf weitere Besuche!



