Stipendiatenprogramm 2018: Bericht aus dem Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

In den beiden Wochen vom 19.3 bis zum 29.3. waren wir (Alessandro Colombo und Hauke Weißenborn) am MPI (Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie). Diese Zeit teilte sich in vier Abschnitte. Der erste ging vom 19. bis zum 20 und wir bekamen eine erste Einführung in das Labor. Vom 21. bis zum 23. gingen wir dann in die Technische Werkstatt des Instituts. Nachdem wir übers Wochenende zu Hause waren, ging es dann zum letzten Abschnitt unserer Zeit am MPI, den wir in der Mikrobiologischen Abteilung verbrachten.

Die ersten beiden Tage am MPI begannen wir mit einer kurzen Führung durchs Labor, anschließend wurden wir mit Kittel und Schutzbrille ausgestattet und begannen gleich mit der Forschung. Wir wollten die Menge der kultivierbaren Bakterien in Kefir, einem Naturjoghurt und einem probiotischen Getränk vergleichen. Hierzu fertigten wir zuerst einen Agar-Nährboden und präparierten mit diesem neun Petrischalen. Auf diese Petrischalen verteilten wir die drei Proben in jeweils drei Verdünnungen (1:10; 1:100; 1:1000). Über Nacht ließen wir die Bakterien in einem Wärmeschrank bei 37°C zu Kolonien heranwachsen. Am nächsten Tag zählten wir diese unter einem Binokular und errechneten uns die Anzahl der kultivierbaren Bakterien pro Milliliter der Probe.

Das Ergebnis könnt ihr dann ja bei eurem eigenen Stipendium am MPI erfahren.

Unsere Tage in der Technischen-Werkstatt begannen wir mit einer Führung durch die Landerhallen und bekamen wir eine Belehrung über Gefahrenstellen beim Arbeiten in der Elektronikwerkstatt.Im Anschluss daran begannen wir mit unserem Projekt. Hier lagerten zurzeit mehrere Messstationen und ein Roboter, der gerade in Bau war. Nun erfuhren wir endlich unsere Aufgabe für die nächsten drei Tage. Wir sollten beide ein kleines Auto bauen, welches jeder beliebigen schwarzen Linie auf dem Boden folgen können sollte. Da wir hierfür eine Platine löten mussten, übten wir dies, indem wir ein Gitter in einem Rahmen löteten. Als unser technischer Leiter mit dem Ergebnis zufrieden war, begannen wir mit dem Löten der Platine. Dies beschäftigte uns für den Rest des Tages. Nachdem wir das Institut verließen, verklebte der technische-Leiter die zu klebenden Teile und ließ sie über Nacht aushärten, da hierbei giftige Gase entstehen. Am folgenden Tage verschraubten wir die Karosserie des Wagens und fixierten und verkabelten die Platine auf dem Wagen. Dies dauerte einen ganzen Tag. Am nächsten und letzten Tag in der technischen Werkstatt optimierten wir die Einstellungen solange, bis der Wagen es schaffte, die gesamte Rennbahn zu bestreiten, ohne die Bahn zu verlieren. Den Rest des Tages verbesserten wir das Design des Wagens und tobten uns auf der gedruckten Rennstrecke aus.

In der zweiten Woche wurde uns das mikrobiologische Leben durch eine große Vielfalt von Forschungstätigkeiten in der Arbeitsgruppe Mikrobiologie nähergebracht.

Zur Einführung bestand unsere erste Aufgabe darin, eigene Bakterienkulturen auf festen Nährböden heranwachsen zu lassen. Dafür mussten wir das notwendige Medium für Agarplatten zusammenmischen, in Wasser lösen und unter Druck sterilisieren. Da ein solches Medium hauptsächlich aus für die Bakterienkulturen abgestimmten Chemikalien besteht, bekamen wir Einsicht und Zugriff auf das Chemikalienlager der Arbeitsgruppe. Für diese Arbeit spielte außerdem das Lernen und Einschätzen von Chemikalienmengen durch die Verwendung von präzisen Waagen eine wichtige Rolle.

 

Um auf dem oben genannten Medium Bakterienkulturen wachsen zu lassen, griffen wir auf verschiedene Methoden zur Einbringung von Bakterien (Inokulation) zurück, wie z. B. den fertigen Agar mit unseren Fingern anzufassen oder sie offen im Freien stehen zu lassen. Anschließend wurden diese Platten in einem Thermoraum bei 28 Grad Celsius zum Heranwachsen der Kulturen inkubiert. Daraus entstanden verschiedene Bakterienkulturen. Nach drei Tagen haben wir die angesetzten Kulturen auf Agarplatten begutachtet und ausgewertet (Bakterienzählung, Bakterienwachstum).

 

Zudem haben wir ein Medium für eine anaerobe Bakterienkultur angesetzt. Besonders wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass diese Bakterienkultur in Abwesenheit von Sauerstoff gehalten werden muss. Dies forderte eine intensive und genaue Arbeit mit Sauerstoff-freien Methoden und speziellem Zubehör.

 

 

Hervorzuheben ist, dass das Mikroskopieren ein Hauptbestandteil des Forschens am mikrobiologischen Leben ist. Um uns dies nahe zu bringen, bestand eine weitere Aufgabe darin, eine eigene Kultur anzuziehen. Da im Wasser von Tümpeln, Teichen und Bächen eine Vielzahl kleinster Lebewesen lebt, die man gesamthaft als Mikroorganismen bezeichnet, erstellten wir einen Ansatz mit Wasser aus dem MPI-Teich und Heu. Diesen Heuaufguss ließen wir zwei Wochen stehen, damit die Mikroorganismen wachsen konnten. Am letzten Praktikumstag mikroskopierten wir den Heuaufguss und die Bakterienkulturen und konnten viele verschiedene Formen und Größen kennen lernen.

Wenn ihr Interesse an einem Stipendium z. B. am MPI habt, so steht euch Frau Dr. Karen Brüning bei Fragen zur Verfügung. Über sie kann man sich auch dafür bewerben (karen.bruening(at)jag-emden.eu). Es ist eine großartige Möglichkeit, die Forschungswelt ein bisschen besser kennenzulernen und euch so vielleicht für eure spätere Berufswahl zu entscheiden.